Mitglieder der Klasse Literatur und Sprachpflege der Sächsischen Akademie der Künste lesen Nietzsche Donnerstag, 29.4.2010, 19.30 Uhr -21.00 Uhr
Lesung und Diskussion: Róša Domašcyna, Elke Erb, Peter Gosse, Christoph Hein, Prof. Dr. Bernd Leistner, Richard Pietraß, Prof. Dr. Ingo Zimmermann
Moderation: Dr. h.c. Friedrich Dieckmann
„Als Friedrich Nietzsche philosophisch nicht mehr weiter wusste, trat er die Flucht in die Dichtung an und gab, als das letzte Manuskript seines bewussten Lebens, „Dionysos-Dithyramben“ in Druck; der Ruf „Nur Narr! Nur Dichter!“ stand an ihrem Anfang. Die Pose des Weltrichters, Welt-Besserwissers abzustreifen und sich selbst, die eigenen Träume, Wünsche, Begierden ins Auge zu fassen – es war, kurz vor dem Ausbruch des Wahnsinns, ein Moment der Befreiung. Der sein Ich zuvor mit Masken der Objektivität
Lesung und Diskussion: Róša Domašcyna, Elke Erb, Peter Gosse, Christoph Hein, Prof. Dr. Bernd Leistner, Richard Pietraß, Prof. Dr. Ingo Zimmermann
Moderation: Dr. h.c. Friedrich Dieckmann
„Als Friedrich Nietzsche philosophisch nicht mehr weiter wusste, trat er die Flucht in die Dichtung an und gab, als das letzte Manuskript seines bewussten Lebens, „Dionysos-Dithyramben“ in Druck; der Ruf „Nur Narr! Nur Dichter!“ stand an ihrem Anfang. Die Pose des Weltrichters, Welt-Besserwissers abzustreifen und sich selbst, die eigenen Träume, Wünsche, Begierden ins Auge zu fassen – es war, kurz vor dem Ausbruch des Wahnsinns, ein Moment der Befreiung. Der sein Ich zuvor mit Masken der Objektivität
umstellt hatte, gab sich nun als Visionär seiner Subjektivität und konnte in kunstvoll bewegten Versen rufen: „Da sitze ich nun, / in dieser kleinsten Oasis, / einer Dattel gleich, / braun, durchsüßt, goldschwürig, / lüstern nach einem runden Mädchen-Maule...“ Poesie als die Rettung der Philosophie, Rettung vor der Philosophie? Aus Nietzsche lesend, Prosa und Verse eigener Wahl, wollen die in der Sächsischen Akademie der Künste vereinigten Autoren die Probe auf dies Exempel machen. Vielleicht kommen sie darauf, dass Philosophie an sich immer schon Weltdichtung ist.“ Dr. h.c. Friedrich Dieckmann








