Peter Ensikat liest.
Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall erinnert der Autor und Kabarettist daran, was sich zwischen „Arbeiter- und Bauernstaat“ und „Zensur“ abgespielt hat.
Ein Rückblick ohne Nostalgie.
In diesem Buch der alten und neuen Irrtümer über alles, was mit der DDR zu tun hat, gelangt der Kabarettist Peter Ensikat zu der Erkenntnis: „Es sind nicht die Unterschiede zwischen den beiden von mir erlebten Systemen, die mich erschrecken. Es sind die Ähnlichkeiten. Das Politbüro der SED hatte eines gemeinsam mit dem Vorstand der Deutschen Bank. Beide wurden und werden nicht vom Volke gewählt, und beide hatten beziehungsweise haben zu viel Macht.“ Doch wer meint, die Wahrheit über die DDR zu kennen und sich nicht zu irren, wird hier genauso widerlegt wie der, der seinen eigenen Erinnerungen nicht mehr traut. Knapp zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR wird es Zeit, sich noch einmal zu erinnern, was sich zwischen „Arbeiter- und Bauernstaat“ und „Zensur“ abgespielt hat.
Dies ist kein DDR-Brockhaus, auch wenn hier populären Irrtümern lexikalisch zu Leibe gerückt wird. Dieses Lexikon erlaubt ohne Nostalgie oder Ostalgie einen Blick zurück in eine Vergangenheit, über die eigentlich jeder Bundesbürger mitreden kann.
Peter Ensikat, Jahrgang 1941, in Finsterwalde geboren, arbeitete als Schauspieler am „Theater der Jungen Generation“ in Dresden und am „Theater der Freundschaft“ in Ost-Berlin.
Später avancierte er zum meistgespielten Kabarettautor der DDR. 1991 wurde er Gesellschafter und von 1999 bis 2004 künstlerischer Leiter des Berliner Kabaretts „Die Distel“. Er schrieb u. a. die Bücher: „Hat es die DDR überhaupt gegeben?“ (1998), „Was ich noch vergessen wollte“ (2000), „Das Schönste am Gedächtnis sind die Lücken“ (2005).
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