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Antonio Gerolamo Fancellu

PECH ODER GLÜCKSBRINGER

Dass man Liebe nicht mit Geld kaufen kann, glaubt man erst dann, wenn man genug Geld hat.
Jack Nicholson

Meine Wahrnehmung des Geldwertes war schon seit meiner Kindheit sehr konfliktbehaftet.

Der großzügige Weihnachtsmann verlangte für Weihnachtsgeschenke so gut wie gar nichts oder nur einen Liebesbrief: einmal im Jahr! Jesus versprach das Paradies denjenigen, die dünn genug waren, um durch ein Nadelöhr zu passen und wurde dennoch für 30 Silbermünzen betrogen...während der arme Pinocchio für 5 Goldmünzen von der Katze und dem Fuchs an einem Baum gehängt wurde. Dagobert Duck wiederum schwamm im Geld, aber ich erkannte mich eher in seinem armen Neffen Donald wieder ...

Diejenige, die meine Zweifel zerstreute, war meine Großmutter: Von 1982 bis 1984 musste ich mit ihr zusammen zweimal in der Woche nach der Schule vor dem Fernseher sitzen, um die berühmteste und beliebteste mexikanische Seifenoper aller Zeiten zu sehen, wobei deren Titel bereits programmatisch klang: Auch die Reichen weinen! Mariana, ein sehr armes, trauriges und Waisenkind aus Mexiko-Stadt wird von dem unglaublich reichen Don Alberto adoptiert, der ihr eine Ausbildung, ein Haus und eine Familie gibt. Aber zusammen mit ihrem Glück kommt ihr größtes Unglück: Geld, Geld und nochmals Geld. Dadurch verwandelt sich Marianas Leben in eine Abfolge von Verrat, Leidenschaften im Schatten von Diamanten, Villen, Yachten und zweifelhaften Charakteren.


Nach dieser Gehirnwäsche, halb traumatisiert und halb fasziniert von dieser lateinamerikanischen Dekadenz hatte ich bereits im zarten Alter von 7 Jahre meine Zukunft entschieden: Wenn ich groß bin, werde ich auch reich: Reich aber Glücklich!

Unglücklicherweise hat mich das Schicksal zu einer Karriere „berufen“, die nicht wirklich Wohlstand verspricht. Und heute, wenn ich auf meine Brieftasche blicke, denke ich wieder an Oma und Mariana und sage mir: auch die Schauspieler weinen! ;-)

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