Othello

Tragödie von William Shakespeare

Liebe! Tod! Hass! Rache! Eifersucht!
Die ganz großen Themen, immer aktuell - drunter macht es Shakespeare ja nicht. Dann noch das Fremde und die Angst davor, bzw. die Instrumentalisierung der Angst vor dem Fremden, kommt uns auch bekannt vor.
Othello, der Mohr von Venedig, eigentlich wohl ein Maure, also Nordafrikaner, ist ein Fremder in der venezianischen Gesellschaft. Zwar ist er ein hoch geachteter Feldherr, Kriege darf er gerne gewinnen für Venedig, aber Desdemona, eine weiße Frau lieben, gar heiraten? Das geht dann doch zu weit.
Jago, sein Fähnrich, wird bei einer Beförderung übergangen und spinnt dann die Mutter aller Intrigen. Der Anlass ist zu klein, das Ausmaß seiner Bosheit zu rechtfertigen, er handelt böse aus Lust an der Bosheit und ist dabei brillant, was für eine faszinierende Figur:
Desdemona, das (erste) Opfer dieses dramatischen Duells, ist eine fast kleistische Figur, schön, klug und gut, man hätte ihr nur vertrauen müssen.
Lessing meinte, Othello sei "das vollständige Lehrbuch über diese traurige Raserei (die Eifersucht); da können wir alles lernen, was sie angeht", Fontane hingegen fand es "neben aller dichterischen Großartigkeit, ein großes Gelärm."
In diesem Sinne, wir sind gespannt - erstmals in Naumburg!

Schauspiel: Tom Baldauf/ Michael Naroditski/ Adrien Papritz/ Patricia Windhab/ Gast
Ausstattung: Ute Radler
Regie: Georg Münzel

Premiere am 02. März 2018 Theatersaal

THEATERMENSCHEN IM GESPRÄCH
Samstag, 24. Februar 2018, 17.00 Uhr, Foyer

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