Also sprach Müller-Thurgau… 

Also sprach Müller-Thurgau…
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Die Geburt des Geistes Friedrich Nietzsches aus dem Alltag der Saale-Unstrut-Weine - URAUFFÜHRUNG

Friedrich Nietzsche bezeichnet ausschweifende Wein-Orgien im archaischen Griechenland als Wurzel unserer modernen Kultur. Ohne Rausch gibt es keine Ordnung, ohne ekstatische Feste erstarrt Leben und Kunst zu bloßer Oberflächlichkeit. Und der Wein – er ist das Mittel, das den Mensch zu diesem „Urgrund“ zurückführen kann. Heutzutage will man von einem Wein eher die Oberflächlichkeit: Entspannung, Geselligkeit oder den idealen Essensbegleiter. Wein ist touristisches Aushängeschild von Saale-Unstrut. Diese Einseitigkeit macht ihn unruhig. Wen macht sie unruhig? Ihn, ja Sie haben richtig gelesen: ihn, den Wein! Er bricht von seinem Alltag aus Gärdruck und Charakteroptimierung aus. Die Balance zwischen Süße und Alkohol zu halten, ist für ihn genau so wichtig, wie das Behaupten der regionalen Würz-Nuancen aus Stein und Klima der Naumburger Mulde gegen eine Welle internationaler Massenweine. Und immer muss der schöne Schein gewahrt sein: auf Werbeplakaten oder Weinmessen – immer muss man glänzen und gut riechen. Unter dem schönen Schein bäumt sich die mythologische Dimension des Weins auf, und mit ihr Nietzsches Gedankenkosmos aus Gewalt, Lust und kulturellem Ringen zwischen Form und Rausch – zwischen den Göttern Apollon und Dionysos. Willkommen in den Abgründen des rauschhaften Weinkonsums. 

„Es gärt, es gärt unter dieser wunderschönen, glatten Oberfläche!“ 

SCHAUSPIEL: MARTIN HEESCH / PETER JOHAN / MICHAEL NARODITSKI / PATRICIA WINDHAB 
BÜHNE & KOSTÜM: ISABELLE KELDANY 
BUCH & REGIE: HEIKO MICHELS 

Premiere der Uraufführung am Donnerstag, 13. April 2017, 19:30, Theater Naumburg 

WEINPROBE 
Im Anschluss an die jeweilige Vorstellung stellt sich ein Winzer aus der Region vor.

THEATERMENSCHEN IM GESPRÄCH 
Samstag, 08. April 2017, 17:00, Foyer des Theaters 

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